Chirurgische Onkologie

  • Speiseröhrenkrebs
  • Magenkrebs
  • Bauchspeicheldrüsenkrebs
  • Darmkrebs / Mastdarmkrebs
  • Schilddrüsenkrebs

Diese bösartigen Tumore des Verdauungstraktes und der hormonellen Drüsen sind im Onkologischen Zentrum Bonn / Rhein-Sieg der chirurgischen Onkologie zugeordnet, die auch Partner im Integrativen Darmzentrum Bonn / Rhein-Sieg ist (www.idzb.de).

Die Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie bietet alle modernen Operationsverfahren bei Krebserkrankungen des Magen-Darm-Traktes, der Leber, der Bauchspeicheldrüse und der Schilddrüse. Falls es das Tumorstadium zulässt werden Minimal-Invasive Operationsverfahren eingesetzt.

Als Spezialverfahren zur Behandlung der Peritonealkarzinose (Krebsabsiedlungen im Bauchraum) führen wir die Entfernung des Bauchfelles (Peritonektomie) mit anschließender hyperthermer intraperitonealer Chemotherapie, das sog. HIPECVerfahren durch.

Minimal-Invasive-Chirurgie
Die Abteilung ist besonders auf die Minimal-Invasive-, bzw. "Schlüsselloch"-Chirurgie spezialisiert. Hierbei sind Operationsverfahren gemeint, bei denen über Kamerasysteme operiert wird. Daher werden nur "minimale"Schnitte benötigt, um Kamera und Instrumente benutzen zu können. Die Vorteile für den Patienten sind die Minderung der Schmerzen nach der Operation, die schnellere Erholung und die kurzfristige Wiedererlangung der körperlichen Belastbarkeit. Im Jahr 2011 wurde die Abteilung von der CAMIC (Chirurgische Arbeitsgemeinschaft für Minimal Invasive Chirurgie) der DGAV (Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie) mit dem höchsten Zertifikat als Referenzzentrum für Minimal Invasive Chirurgie erfolgreich zertifiziert.

Darm- und Mastdarmchirurgie
Ein besonderer Schwerpunkt der Abteilung ist die operative Behandlung von Darmkrebs. Im Jahr 2009 wurde die Abteilung als Darmkrebszentrum von der Deutschen Krebshilfe zertifiziert. Die Abteilung für Chirurgie am Johanniter-Krankenhaus hat sich seit vielen Jahren auf die Darmkrebsbehandlung spezialisiert und besitzt eine hohe Expertise auf dem Gebiet der Minimal-Invasiven Darmkrebschirurgie. Hierdurch kommt es zu einer schnelleren Erholung des Patienten nach der Operation und zu einer signifikanten Verringerung postoperativer Probleme. Erste prospektiv randomisierte Studien haben in 2015 gezeigt, dass sich durch die Minimal-Invasive Darmkrebsschirugie auch die Langzeitprognose der Patienten verbessert (COLOR II-Studie). An der Klinik werden 70-80% der Darmkrebspatienten minimal-invasiv operiert, deutschlandweit sind es  nur 10-15%.
Modernste Techniken, wie die TAMIS und die TaTME werden eingesetzt. Im Focus unserer Tätigkeit steht insbesondere die Erhaltung der Lebensqualität nach Darmkrebsoperationen. Diesbezüglich führen wir während der Operation das sog. "pelvine Neuromonotoring" (plOM) durch. Hierdurch kann wesentlich nervenschonender operiert werden, wobei die Blasenfunktion und auch die Sexualfunktion nach den Mastdarmkrebsoperationen gewahrt wird.    
Die Darmchirurgie wird mit dem modernen so genannten "Fast-Track-Behandlungskonzept“ durchgeführt.

Durch eine Verbesserung der Zusammenarbeit aller beteiligten Therapeuten und eine optimierte Fürsorge reduzieren wir hierbei die Stressreaktion im Rahmen einer Operation auf ein Minimum. Es ergibt sich eine schnellere Rekonvaleszenz des Patienten nach der Operation, zu einer Verminderung der Komplikationen und einer Verkürzung des stationären Aufenthaltes.

Magenchirurgie
Je nach Tumorart und Ausdehnung werden Magentumoren laparoskopisch oder offen entfernt. Auch hier werden innovative onkologische Konzepte, das heißt eine Kombination aus Chemotherapie und Operation zur Verbesserung der Prognose nach einem Magentumor eingesetzt. Wenn technisch möglich und onkologisch vertretbar, führen wir die Magenoperation in Minimal-Invasiver Technik durch. 

Speiseröhrenchirurgie
Bei Speiseröhrenkrebs kann es notwendig sein, Teile der Speiseröhre zu entfernen. Der entfernte Abschnitt der Speiseröhre wird dann ggf. mit Magenanteilen ersetzt. Hierbei können wir durch die minimalinvasive (laparoskopische) Magenpräparation das Operationstrauma deutlich verringern.

Bauchspeicheldrüsenchirurgie
In der chirurgischen Abteilung werden alle gut- und bösartigen Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse operativ behandelt. Handelt es sich um eine bösartige Erkrankung, kann es notwendig sein, angrenzende Organe, wie den Zwölffingerdarm oder die Milz zu entfernen.

Darüber hinaus werden die Lymphabflusswege bzw. Lymphknoten mit entfernt, um alle bereits verstreuten Tumorzellen zu eliminieren. Bei Tumoren im Bachspeicheldrüsenschwanz- oder Körper werden die Operationen auch minimal-invasiv durchgeführt werden. An den Johanniter Kliniken werden alle modernen und etablierten Operationsverfahren angewendet. Zu nennen sind bei der Behandlung bösartiger Erkrankungen insbesondere die partielle Duodenopankreatektomie nach Whipple, die, wenn onkologisch vertretbar, aufgrund der der besseren funktionellen Ergebnisse mit Pyloruserhalt (Magenpförtner) durchgeführt wird, die Pankreasschwanzresektion (ggf. minimal-invasiv) und die Pankreatektomie. Sind Umgebungsstrukturen mit betroffen, kann es notwendig werden, weitere Organe oder Blutgefäße mit zu entfernen. Handelt es sich um gutartige Tumoren, Krebsvorstufen oder sog. semimaligne Tumoren kommen organerhaltene Verfahren, wie die duodenumerhaltende Pankreaskopfresektion, die transduodenale Papillenresektion oder weitere atypische Pankreasteilentfernungen zur Anwendung. Meist folgt im Anschluss an die OP eine Chemotherapie, um die Neubildung von Tumorzellen zu verhindern.  

Leberchirurgie
Hierbei werden primär aus der Leber stammende Tumoren und Lebermetastasen (z.B. bei Darmkrebs) entfernt. Alle modernen Operationstechniken, wie das Ultraschallmesser oder der intraoperative Ultraschall, stehen hierfür zur Verfügung. In besonderen Fällen wenden wir in Zusammenarbeit mit der radiologischen Abteilung der Johanniter Kliniken Bonn (Chefarzt: Prof. Dr. Wilhelm) und der Onkologie auch die so genannte Radiofrequenzablation (RFA) an. Hierbei werden die Tumoren mit computertomographisch eingeführten Sonden zerstört, so dass in Kombination mit einer Operation auch sehr komplex gelegene Lebermetastasen erfolgreich behandelt werden können.

Kleinere Lebertumoren und Leberzysten werden üblicherweise minimalinvasiv, d.h. laparoskopisch operiert.

Schilddrüsenchirurgie
Die endokrine Chirurgie, insbesondere die Behandlung von gut- und bösartigen Schilddrüsen- und Nebenschilddrüsenerkrankungen ist traditionell ein Schwerpunkt der Chirurgischen Abteilung des Johanniter-Krankenhauses und wird mit modernsten Methoden in hoher Fallzahl betrieben. Mit mehr als 400 Eingriffe pro Jahr ist die Schilddrüsenchirurgie traditionell ein Spezialgebiet unserer Klinik.
Hierbei werden, sofern es die Veränderungen in der Schilddrüse zulassen, innovative minimal-invasive Operationsmethoden (MIVAT) mit sehr guten kosmetischen Ergebnissen eingesetzt. Hierbei handelt es sich um ei an unserer Abteilung etabliertes, sehr modernes Verfahren, bei dem am Hals nur ein sehr kurzer Schnitt angelegt werden muss.
Unser Haus verfügt über eine pathologisches Schnellschnittlabor, in dem schon wenige Minuten nach der Entnahme des Schilddrüsengewebes geklärt werden kann, ob die Veränderungen in der Schilddrüse bösartig sind. Hierdurch kann dann bei Krebsnachweis die Operation umgehend zielgerichtet ausgedehnt werden, um die Erkrankung erfolgreich zu heilen. Lästige und mit höheren Komplikationen behaftete Nachoperationen entfallen hierdurch. Falls notwendig werden alle möglichweise befallenenen Lymphknotenstationen am Hals bis hin zur sog. "Neck-Dissection" entfernt. 
Bei der Operation stehen modernste Geräte, wie die Ultraschallschere, die HDTV-Videoassistenz, das selektive Neuromonotoring und das kontinuierliche Vagusmonitoring zur sicheren Darstellung und Schonung des Stimmbandnerv (N. recurrens) zur Verfügung.
Seit 2011 ist die Abteilung als Referenzzentrum für Schilddrüsen- und Nebenschilddrüsenchirurgie von der CAEK (Chirurgische Arbeitsgemeinschaft Endokrinologie) der DGAV (Deutsche Gesellschaft für Allgemein-und Viszeralchirurgie) erfolgreich zertifiziert. In Deutschland existieren derzeit nur 15 spezialisierte Zentren mit diesem hohen Zertifizierungsgrad (Stand 2016). Für die Zertifizierung müssen viele für den Behandlungserfolg erforderliche Kriterien erfüllt sein, wie die Expertise der Operateure, die Infrastruktur, die hohe Behandlungsqualität, die Nachsorge etc. Diese Anforderungen werden durch regelmäßige Auditierungen und Qualitätskontrollen geprüft.

Sprechzeiten & Ambulanzen:


Notfälle, Unfälle
24-Stundendienst
Tel: 0228. 543-3009 (Ambulanz)
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Überweisungssprechstunde
Mo-Fr: 08:30-13:00 Uhr
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Privatsprechstunde Prof. Dr. Türler
Di, Mi und Do: 15:00-17:00 Uhr
Tel: 0228. 543-2301

Darmkrebssprechstunde (Integratives Darmzentrum Bonn/Rhein-Sieg e.V.) Dienstag: 14:00-17:00 Uhr
Tel: 0228. 543-2301

Pankreasssprechstunde
Dienstag: 14:00-17:00 Uhr
Tel: 0228. 543-2301

Stomasprechstunde (Darmausgänge)
Dienstag: 14:00-17:00 Uhr
Tel: 0228. 543-2302

Proktologie- (Enddarmerkrankungen), Obstipation- und Inkontinenzsprechstunde:
Dienstag: 09:00-13:00 Uhr
Tel: 0228. 543-2302

Adipositassprechstunde (Übergewicht)
Donnerstag: 09:00-13:00 Uhr
Tel: 0228. 543-2301


Weiterführende Links:

Patientenleitlinien der Deutschen Krebsgesellschaft
Blaue Ratgeber der Deutschen Krebsgesellschaft