Ösophaguszentrum Bonn/Rhein-Sieg

Das Ösophaguszentrum Bonn/Rhein-Sieg ist eine Initiative der Johanniter Klinken Bonn und des Gemeinschaftskrankenhauses Bonn zur Behandlung von Menschen mit Krebserkrankungen der Speiseröhre.  


Im Rahmen der Zentrumsgründung im Mai 2018 arbeiten beide Häuser eng bei der Diagnostik und Therapie von Speiseröhrenkrebs zusammen. Ziel dieser standortübergreifenden Kooperation ist die Optierung der Versorgung und Behandlungsqualität unserer gemeinsamer Patienten.

Speiseröhrenkrebs ist eine seltene Krebsart: In der Region Bonn/Rhein-Sieg erkranken jährlich rund 100 Menschen an einem Ösophaguskarzinom. Zugleich erfordert die Behandlung äußerst komplexe Therapiestrategien, die ein hohes Maß an Erfahrung, Expertenwissen und neuster Medizintechnik voraussetzen.

Im Ösophaguszentrum bündeln Johanniter-Krankenhaus und Gemeinschaftskrankenhaus Bonn ihre langjährige Expertise und die unterschiedlichen therapeutischen Schwerpunkte beider Häuser bei der Behandlung von Speiseröhrenkarzinomen – beginnend bei der endoskopischen Diagnostik und Therapie, über die Tumorausbreitungsdiagnostik, kurativ intendierte Chirurgie bis hin zur (radio-) onkologischen Therapie.  

Interdisziplinäre Tumorkonferenz

Zentrumspatienten werden vor Therapiebeginn in der gemeinsamen interdisziplinären Tumorkonferenz vorgestellt, an der alle an der weiteren Behandlung beteiligten Fachbereiche auf Facharztebene vertreten sind. In der Konferenz erfolgt anhand der vorliegenden Befunde eine individuelle Empfehlung über ggf. weitere diagnostische Untersuchungen und die durchzuführende Therapie.

Diagnostik

Ausgehend von der exakten endoskopischen, endosonographischen, radiologischen Diagnostik sowie den feingeweblichen Eigenschaften des Tumors ergeben sich therapeutische Optionen, die je nach Tumorstadium und patientenseitigen Faktoren individuell auszuwählen und anzupassen sind.

Endoskopische Therapie

Bei bestimmten Frühkarzinomen mit einem geringen lymphogenen Metastasierungspotential ist die  organerhaltende endoskopische Resektion etabliert. Auch in anderen speziellen Situationen (z.B. bei Tumoren im oberen Ösophagus oder Patienten mit funktioneller Inoperabilität) kann die Indikation zur endoskopischen Resektion des Primärtumors mit Bestrahlung der Lymphabflusswege oder zur definitiven Radiochemotherapie bestehen. Im Zentrum erfolgt die endoskopische Therapie durch die Abteilung Innere Medizin des Gemeinschaftskrankenhauses Bonn unter der Leitung von Chefarzt Prof. Dr. Franz Ludwig Dumoulin.

Operative Therapie

Bei lokal fortgeschrittenen Tumoren ist die chirurgi-sche Resektion – meist nach neoadjuvanter Radio-chemotherapie - der etablierte Behandlungsstandard. Adenokarzinome des ösophago-cardialen Übergangsbereichs werden an beiden Standorten - Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie Gemeinschaftskrankenhaus Bonn (Chefarzt PD Dr. Sido) und Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Johanniter-Krankenhauses (Chefarzt Prof. Dr. Andreas Türler) durchgeführt. Abdomin-thorakale Resektionen erfolgen am Johanniter Krankenhaus. Durch die Anwendung minimal-invasiver Operations-techniken werden Komplikationsrisiken und postoperative Beschwerden des Patienten minimiert/ verringert. Zusätzlich ermöglicht der am Johanniter-Krankenhaus etablierte Operationsroboter die Durchführung thorakoskopischer Ösophagusoperationen mit einer noch höheren Präzision und Sicherheit.

Strahlentherapie und Chemotherapie

Neben der endoskopischen oder operativen Tumorresektion sind die Bestrahlung und/oder Chemotherapie weitere Behandlungsmöglichkeiten bzw. eine Kombination dieser Therapieoptionen. Abhängig von Art, Größe und Ausbreitung des Tumors können Bestrahlung und/oder Chemotherapie als Vorbehandlung vor einer Operation, postoperativ als ergänzende oder unterstützende Therapiemaßnahme oder bei einer fortgeschrittenen Erkrankung palliativ eingesetzt  werden.

Weiterführende Informationen:

Die Behandlungspartner im Ösophaguszentrum Bonn/Rhein-Sieg

Weiterführende Links:

Patientenleitlinien der Deutschen Krebsgesellschaft
Blaue Ratgeber der Deutschen Krebsgesellschaft