Das Pankreaskarzinomzentrum Bonn/Rhein-Sieg

Die Erstzertifizierung unseres Pankreaszentrums erfolgte im Mai 2018 nach den Vorgaben der Deutschen Krebsgesellschaft.

Die Bauchspeicheldrüse ist ein lebenswichtiges Organ, das wichtige Enzyme und Hormone wie das Insulin produziert und Verdauung und Blutzucker reguliert. Sie liegt im Oberbauch mit einer engen Beziehung zu lebenswichtigen Strukturen, wie der Leber, den Gallewegen, dem Zwölffingerdarm, der Pfortader, der oberen Hohlvene und der Hauptschlagader.

Aufgrund dieser besonderen anatomischen Lage ist die Behandlung von Krebserkrankungen oder Pankreatitis (Entzündung) der Bauchspeicheldüse äußerst komplex und erfordert ein hohes Maß an operativer und diagnostisch-interventioneller Erfahrung, um die bestmögliche Behandlungsqualität und optimale Versorgung betroffener Patienten zu erreichen.

Zu diesem Zweck haben sich Spezialisten der Region Bonn/Rhein-Sieg mit einer ausgewiesenen Expertise in der Behandlung von Bauchspeicheldrüsenerkrankungen aus den Fachbereichen Viszeralchirurgie, Gastroenterologie, Onkologie, Pathologie, Radiologie (u.a.) unter der Leitung von Prof. Dr. med. Andreas Türler zu dem Pankreaskarzinomzentrum Bonn/Rhein-Sieg zusammengeschlossen. Das Zentrum steht für eine optimale fachübergreifende Zusammenarbeit aller an der Behandlung beteiligten Partner, wozu natürlich auch die Bereiche Psychoonkologie, Sozialdienst, Ernährungsberatung, Physiotherapie, Genetik, Schmerztherapie und Selbsthilfegruppen gehören. Als Beleg für die gute Zusammenarbeit und die exzellenten Ergebnisse dieses Zentrums ist die Zertifizierung nach den Vorgaben der Deutschen Krebsgesellschaft ist für Mai 2018 vorgesehen.

Bauchspeicheldrüsenchirurgie und Chemotherapie In der chirurgischen Abteilung werden alle gut- und bösartigen Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse operativ behandelt. Handelt es sich um eine bösartige Erkrankung, kann es notwendig sein, angrenzende Organe, wie den Zwölffingerdarm, die Gallengänge oder die Milz mit zu entfernen. Darüber hinaus werden die Lymphabflusswege bzw. Lymphknoten entfernt, um alle potentiell bereits verstreuten Tumorzellen zu eliminieren.

Bei Tumoren im Bachspeicheldrüsenschwanz- oder Körper werden die Operationen auch minimal-invasiv durchgeführt. An dem Zentrum werden alle modernen und etablierten Operationsverfahren angewendet. Zu nennen sind bei der Behandlung bösartiger Erkrankungen insbesondere die partielle Duodenopankreatektomie nach Whipple, die, wenn immer onkologisch vertretbar, mit Pyloruserhalt durchgeführt wird (bessere funktionelle Ergebnisse), die Pankreasschwanzresektion (ggf. Minimal-Invasiv) und die Pankreatektomie. Sind Umgebungsstrukturen mit betroffen, kann es notwendig werden, weitere Organe oder Blutgefäße mit zu entfernen. Handelt es sich um gutartige Tumoren, Krebsvorstufen oder sog. semimaligne Tumoren kommen organerhaltende Verfahren, wie die duodenumerhaltende Pankreaskopfresektion, die transduodenale Papillenresektion oder weitere atypische Pankreasteilentfernungen zur Anwendung.

Meist folgt im Anschluss an die OP eine Chemotherapie, um die Neubildung von Tumorzellen zu verhindern.

Weiterführende Links:

Die Behandlungspartner des Pankreaszentrums


Weiterführende Links:

Patientenleitlinien der Deutschen Krebsgesellschaft
Blaue Ratgeber der Deutschen Krebsgesellschaft